„Das Festmahl im August – ab dem 30. April 2009 im Kino…

27. März 2009 at 12:49 pm (Filmkritiken) (, , , )

"Das Festmahl im August

"Das Festmahl im August

 

„Das Festmahl im August“

Der italienische Film, einst führend in der Welt, dümpelt zurzeit so vor sich hin. Doch jetzt lässt der Regisseur Gianni Di Gregorio die italienische Tradition, aus k(l)einer Geschichte einen ansehnlichen Film zu machen, wieder aufleben. Wobei die Ideen zu diesem Film aus persönlichen Erlebnissen des Regisseurs sind.

Gianni (Gianni Di Gregorio) ist Mitte Fünfzig, ohne Beruf und eingefleischter Junggeselle. Seine Familie ist seine verwitwete Mutter. Mit ihr lebt er in Rom in einer großen Wohnung. Seine Tage bestehen aus der Versorgung seiner Mutter, den Haushalt führen und ein paar Besuche in der Eckkneipe.

Am Vorabend des Ferragosto am 15. August, Mariä Himmelfahrt und Beginn der italienischen Ferien, bittet ihn der Hausverwalter, der für ein paar Tage verreisen möchte, um einen Gefallen: Ob er sich wohl um seine Mutter Marina kümmern könne? Im Gegenzug sei er gewillt, ihm einen Teil der Miet-Schulden zu erlassen, die Gianni in den vergangenen Jahren angehäuft hat.

Gianni, knapp bei Kasse, bleibt keine andere Wahl – er muss auf den Vorschlag eingehen. Zum verabredeten Termin erscheint der Verwalter jedoch nicht nur mit seiner Mutter, sondern bringt auch noch seine Tante mit. Doch damit nicht genug. Als Gianni einen Schwächeanfall erleidet drückt der befreundete Arzt ihm auch noch seine Mutter aufs Auge, weil er Dienst im Krankenhaus hat.

24 Stunden in der Hölle liegen vor Gianni: Mit Tante Maria bereitet er Maccaroni zu, seine Mutter Valeria streitet sich mit Oma Marina um den Fernseher, und Großmutter Grazia nascht unterdessen von der leckeren Mortadella, obwohl der Arzt sie ihr streng verboten hat. Endlich naht der Moment des Abschieds.

Doch der verläuft ganz anders als erwartet, denn die alten Damen haben ihre eigenen Vorstellungen von der Zukunft und mischen die Karten neu…

Ein kleiner Film mit einer Botschaft – unterschätzt mir die Alten nicht. Wobei die alten Damen alle sich selber spielen. Und sie machen das mit einer unwiderstehlichen Lebensfreude. 

75 Minuten für einen charmanten Sommerfilm, gewürzt mit leiser Melancholie und hintergründigem Humor.


Ab 30. April 2009 im KINO.

A.G.Wells

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„IN BERLIN“ ab dem 14.05.2009 im Kino

19. März 2009 at 11:04 pm (Filmkritiken) (, , , )

"In Berlin"

"In Berlin"

 

„IN BERLIN“

Michael Ballhaus, Deutschlands berühmtester Kameramann, hat den Job gewechselt. Er trifft die Menschen dieser Welt – IN BERLIN.
Nach über zwanzig erfolgreichen Jahren in Hollywood und der Zusammenarbeit mit namhaften Regisseuren wie Martin Scorsese, Francis Ford Coppola und vielen anderen, kehrt Michael Ballhaus in seine Heimatstadt Berlin zurück.

Fasziniert von der Hauptstadt, die ohne Hektik aber mit viel Enthusiasmus und Begeisterung sich immer wieder neu erfindet, spürt Michael Ballhaus gemeinsam mit Co-Regisseur Ciro Cappellari den Geist von Berlin auf. Allerdings hätten sie nicht nur die Kamera draufhalten sollen, sondern sich auch noch um ein vernünftiges Drehbuch kümmern.

Denn daran krankt dieser gut gemeinte Blick auf die Hauptstadt. Die Protagonisten sind ein Querschnitt durch alle Bevölkerungsschichten. Es wird versucht den Proporz einzuhalten. Wobei die Sozialdemokraten mir Frank Walter Steinmeier und OB Wowereit zu Wort kommen.

Für die schwarze Seite ist Maybritt Illner vertreten und die Linken machen Musik in Form von den „Einstürzenden Neubauten“.
Das ist aber höchst einseitig dargestellt und bringt einem das wirkliche Berlin nicht unbedingt näher. Es bleibt ein bisschen steril.
Wie sagte ein Kollege: „Das reicht gerade zum Pausenfüller für Arte“.

Dem ist nichts hinzuzufügen.

90 Minuten – ein misslungenes Porträt unserer Hauptstadt.


Ab 14. Mai 2009 im KINO.

A.G.Wells

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„Kopf oder Zahl“

11. März 2009 at 1:46 pm (Filmkritiken) (, , )

„Kopf oder Zahl“

Es gibt Filme, die langweilen, es gibt Streifen, die ärgern und es gibt Filme die machen einen richtig wütend wegen der verschwendeten Zeit. Zur letzten Sorte gehört dieser Film. Ein wild zusammengehoppeltes Drehbuch. Eine ebenso wirre Umsetzung des Stoffes und dann noch den Anspruch der Ernsthaftigkeit. Das ist zu viel des Zumutbaren. 

„Leben ist, was passiert, während man andere Pläne hat.“ Dieser Spruch von John Lennon soll der Aufhänger für diese Geschichte sein. Wenn er diesen Film sehen würde, er würde im Grab rotieren, weil sein Name hier missbraucht wird. 
Ganz kurz zum Inhalt, um nicht noch mehr Zeit zu vergeuden. 

„Kopf oder Zahl“. Eine Münze soll über das Leben eines kleine Jungen entscheiden. Eine Münze, die zweimal Kopf trägt (alter Ganoventrick), zwölf Beteiligte, sechs Geschichten zusammengehalten von einem Kilo Heroin. 24 Stunden in einer gesichtslosen Großstadt (Stuttgart musste dafür herhalten) in der Menschen sich in ihren Lebenswegen kreuzen. 

Zwei junge Filmemacher mit ihrem Erstlingswerk. (Benjamin Eicher, Timo Mayer). Zuviel gewollt und abgestürzt. Unterirdisch schlecht und weder im Kino noch im Fernsehen sollte man sich diesen Streifen antun.

90 Minuten – verschenkte Zeit.

Ab 23. April 2009 im KINO. 

A.G.Wells 

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„Liebe auf den zweiten Blick“ – ab dem 16. April 2009 im Kino…

4. März 2009 at 11:10 pm (Filmkritiken) (, , )

Liebe auf den zweiten Blick...

Liebe auf den zweiten Blick...

 

Zwei Oscarpreisträger in ihrem zweiten gemeinsamen Film. Emma Thomson und Dustin Hoffman. Nach ihrem ersten Film „Schräger als Fiktion“ (2007), verabredeten sie sich baldmöglichst, einen weiteren Film zusammen zu machen. Das Ergebnis ist demnächst im Kino zu sehen. Und man muss sagen, eine sehr gelungene Zusammenarbeit.

Harvey Shine (Dustin Hoffman) wollte eigentlich Jazzpianist werden. Stattdessen müht er sich mehr recht als schlecht als Komponist von Werbejingles durchs Leben. Vor seinem Flug nach London zur Hochzeit seiner Tochter, erfährt er das auch dieser Job zu Ende ist. Völlig frustriert, versetzt ihm seine Tochter dann den k.o. Nicht er, sondern ihr Stiefvater Brian (James Brolin) wird sie zum Traualtar führen.

Tief gekränkt verlässt er vorzeitig das Fest. Nachdem er im Verkehr stecken blieb, ist sein Flug auch weg. Nach mehreren Drinks in der Flughafenbar trifft er Kate (Emma Thomson). Auch ihr Leben war nicht gerade auf der Sonnenseite. Sie arbeitet als Interviewerin im Flughafen, hat gelegentliche Blind Dates, und wird von ihrer Mutter laufend mit Anrufen bombardiert.

Doch beide kommen ins Gespräch und finden gegenseitige Sympathie und entdecken gemeinsam ihren Sinn für Humor. Plötzlich sind da wieder längst vergessene Gefühle neu zu entdecken. Behutsam wächst eine tiefe Zuneigung, dass beider Leben auf unerwartete Weise beflügelt.

Eine charmant erzählte Komödie mit spritzigen Dialogen und zwei hervorragend spielenden Künstler. So ganz nebenbei wird dem Zuschauer auch noch London als Fußgänger präsentiert. Sightseeing einmal auf die langsame Art. Ein Film zwar nicht für die Zielgruppe der jungen Kinogänger, aber die Zuschauer ab 40 fühlen sich bestens unterhalten.

100 Minuten – eine berührende Geschichte mit Herz und Humor.

 Ab 16. April 2009 im KINO.

A.G.Wells

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