„Hilde“ – 12.März 2009

15. Februar 2009 at 6:33 pm (Filmkritiken) (, , )

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Das war ja längst überfällig. Ein Film über Hildegard Knef. Eine der umstrittensten deutschen Weltstars der Nachkriegszeit. Ein Film über ein bewegtes Leben mit sehr viel Höhen und genauso vielen Tiefen. Skandale und Affären begleiteten ihren gesamten Lebensweg.

 

In Ulm geboren, in Berlin vom Großvater großgezogen. Bei der Ufa bekommt Hilde (Heike Makatsch) einen Job in der Trickfilmabteilung. Sie aber will Schauspielerin werden. Else Bongers (Monica Bleibtreu) erkennt ihr Talent und fördert sie. Auch Göbbels bestätigt ihr Talent. Ein Brief, der in der Nachkriegszeit noch für Ärger sorgt.

 

Hildes Weg führt nach oben. Helfen soll ihr dabei Ewald von Demandowski (Anian Zoller), ein Jünger Göbbels. Sie verliebt sich in den charmanten Filmmanager und wird seine Geliebte. Zusammen mit ihm, als Mann verkleidet, verteidigt sie Berlin beim Einmarsch der Russen. Das Liebespaar wird gefangen genommen und sieht sich nie mehr wieder.

 

Nach Kriegsende lernt Hilde Kurt Hirsch (Trystan Pütter), einen amerikanischen Leutnant, kennen und heiratet ihn. Ihr erster Film nach dem Krieg „Die Mörder sind unter uns“ macht sie zu dem neuen Gesicht des deutschen Films. Gegen den Rat ihres väterlichen Freundes Erich Pommer (Hanns Zischler) geht sie nach Hollywood.  Der Produzent David O. Zelznick („Vom Winde verweht) nimmt sie unter Vertrag.

 

Und lässt sie drei Jahre ohne ein Rollenangebot. Sie löst ihren Vertrag und kehrt nach Deutschland zurück. 1950 dreht Willi Forst mit ihr „Die Sünderin“. Einer der größten Skandale der deutschen Filmgeschichte. Eine Nacktszene empört das prüde Publikum. Enttäuscht kehrt Hilde in die USA zurück. Jetzt kann sie Fuß fassen.

 

Sie dreht mehrere erfolgreiche Filme und wird zum Weltstar in Cole Porters Musical „Silk Stockings“. Doch glücklich macht sie die 675 ausverkauften Vorstellungen nicht. Sie kommt abermals nach Deutschland zurück und hat Erfolg mit ihren selbst geschriebenen Chansons. „Für mich soll`s rote Rosen regnen“. Doch ihr Schicksal hat noch viele Höhen Tiefen für sie bereit.

 

Eine gelungene Biografie von Kai Wessel in Szene gesetzt. Mit einer Heike Makatsch die der „Knef“ sehr nahe kommt. Allein ihre Stimme trifft sie nicht ganz. Es fehlt das eigenartig, Rauchige darin. Allerdings ist sehr viel Weichspüler enthalten, denn die vielen menschlichen und körperlichen Tiefen werden nur gestreift. Aber die restlichen Wegbegleiter der „Knef“ sind gut getroffen.  Auffällig dabei, fast keine Szene kommt ohne Zigarette aus. Aber das wahr damals nicht anders.

 

137 Minuten –  durchaus ansehnliches Stück aus einem facettenreichen Leben.

 

Ab 12. März 2009 im KINO.

 

A.G.Wells

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